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Winzer Jonas Dostert

Achtsam. Authentisch. Einzigartig.

 

Wie ist Jonas Dostert?

 

Meine Erfahrungen mit Jonas sind noch nicht allzu umfangreich, immerhin haben wir uns erst dieses Jahr kennengelernt. Und trotzdem erlaube ich mir ein paar Eindrücke von unseren bisherigen Kontakten mit euch zu teilen. 

 

Jonas Dostert ist bodenständig, fast zurückhaltend. Ruhig und bedacht. Obwohl hinter dieser entspannten Facade eine unbändige Leidenschaft brennt, würde er sich nie in den Vordergrund drängen. Wein im Allgemeinen und seine Heimat die Obermosel sind seine große Liebe, und trotzdem schaft er es eine kühle Distanz zu den Dingen zu bewahren die sein Herz erfüllen. Sollte ich ihn in einem Wort beschreiben: ACHTSAM.

 

Wo kommen die Weine vom Weingut Jonas Dostert her?

 

Die Lagen von Jonas Dostert liegen in Nittel an der Obermosel. Nittel liegt in malerisch, hügeliger Landschaft, zwischen Trier und Luxemburg. Der prägnanteste Punkt, die über der Ortschaft aufragenden Dolomitfelsen des Naturschutzgebietes Nitteler Fes, an dessen Fuss sich die Weinberge befinden.

 

So ist auch der Boden dieser Weinberge von Kalkstein aus dem Muschelkalk und Abtragungen der umliegenden Dolomitfelsen geprägt. Die Wasserspeicherkapazität des Bodens ist gering, somit müssen die Reben tief wurzeln um an die nötigen Nährstoffe und ausreichend Wasser zu gelangen.

 

Die Region ist geprägt von kleinen Betrieben, die fast ausschließlich Weine für den lokalen Konsum von Locals und Touristen machen. Relativ günstige Massenware die konventionell hergestellt wird. Die Weinbergsparzellen von Jonas Dostert hingegen werden nach seiner Philosophie mit größter Sorgfalt in reiner Handarbeit ökologisch bewirtschaftet. Die Lagen sind EU-Bio zertifiziert, der Keller noch nicht.

 

 

Welche Philosophie steckt dahinter?

 

Jonas ist schon speziell, wenn man das Umfeld betrachtet in dem er arbeitet. Sein Dad, Jürgen Dostert, betreibt ein 7ha großes Weingut mit Gästehaus in Nittel an der Obermosel, das Jonas Schritt für Schritt übernehmen wird. Er konzentriert sich dabei auf die Arbeiten im Weinberg, um die Weine im Keller dann nur noch begleiten zu dürfen, nicht übermäßig eingreifen zu müssen.

 

Das Motto: ES LEBE DER WEINBERG

 

Er kämpft in seinen Lagen um gesunde Reben, die in der Wuchskraft gebremst und bei der Ausbildung von Trauben und Beeren gezügelt werden. Er arbeitet gewissenhaft für gesunde Böden, die nicht verdichtet werden und einer Vielzahl von weiteren Pflanzen und Lebewesen Raum zur Entfaltung geben. Er strebt nach einem gesunden Kreislauf im Betrieb, der es erlaubt sein winziges Weingut (aktuell 1,97ha) in Zukunft nachhaltig und sicher zu erweitern.

 

Dabei will er keine Kompromisse machen. Er will die Weine machen die seiner Meinung nach die Rebsorten und die Gegebenheiten in und um Nittel in jedem Jahrgang mustergültig widerspiegeln.

Sein erklärtes Ziel: Eigenständige, authentische Weine auf die Flasche bringen, die leichtfüßig animierende Geschichten von Ihrer Herkunft und dem jeweiligen Jahrgang erzählen. Und das hat er bislang eindrucksvoll geschafft. 

 

Kleinste Erträge, ausschließlich händische Arbeit, penibelste Selektion und minimale Intervention im Keller zeichnen seine Philosophie aus. Vergoren wird ausschließlich mit weinbergseigenen Hefen. Niemals geschönt und nur ganz grob (mit der Strumpfhose) filtriert. Untergestoßen wird nur sanft mit den Händen. Ausgebaut werden die Weine mit viel Geduld auf der Vollhefe in gebrauchten Holzfässern, höchster Güte. Durch seine Zeit bei der weltberühmten Domaine Leflaive aus der Gemeinde Puligny Montrachet hat er beste Verbindungen um sich den Nachschub an besten, gebrauchten Fässern zu sichern.

 

Rebsorte, Boden und Jahrgang sind dabei trotzdem die Stars seiner Arbeit. Geschwefelt wird so wenig wie möglich, kurz vor der Füllung. 

 

Welche Weine sind besonders stark?

 

Der Elbling nimmt, ganz traditionell, einen besonderen Teil von Jonas' Sortiment ein. Meiner Meinung nach macht er die einzigen herausragenden Vertreter dieser einst so weitverbreiteten Rebsorte. In seinem Stil erinnert sie mich stark an Gutedel. Eher neutral in der zart zitrischen Ausprägung aber dafür vollgepackt mit Mineralien aus den steinigen Böden. Der Ausbau in besten Fässern gibt den Weinen ein solides Rückrat und ein bemerkenswertes Alterungspotential.

 

Ich liebe den Elbling Karambolage, der neben 90% Elbling je 5% Chardonnay und Pinot Noir enthält. Ein Rotling also, wie er so kein zweites Mal zu finden ist. Fein(!)fruchtig, kräutrig und mineralisch. Ganz eigenständig und unvergleichbar. 

 

Pure Limestone ist auch eine Cuvée dominiert vom Elbling mit einem Drittel Chardonnay. Wahnsinnig salzig und deutlich vom Ausbau im Holzfass geprägt. Dabei stets unaufdringlich und trinkanimierend.

 

Jonas Dosterts Chardonnay ist eine mineralische, feingliedrige, fast zerbrechliche Schönheit, die noch einige Zeit auf der Flasche benötigt um sein volles Potential zu zeigen. Zur Zeit ändert sich der Wein noch mit jedem Schwenker des Glases. Von zitrischer Frische, zu Gelbfruchtigem, von an Agave erinnernder Würze zu reifer Sternfrucht, und von kalkig-kreidigem Mundgefühl zu Aloevera - artigem, schmeichelnden Schmelz. Nach Tagen offen in der Flasche und weiteren Stunden in der Karaffe erinnert mich der 2019er Chardonnay fast an Melon aus dem Jura. Unendlich fein und ziseliert. Leicht und zugleich sehr einprägsam.

 

Sein Pinot Noir war mit das Beste was ich je von der Mosel an Rotweinen im Glas hatte. Wahnsinnig vielfältig in der Aromatik und mit gutem Druck am Gaumen, war der Trinkfluss schier sturzflussartig und wirklich bemerkenswert.

 

Die Weine vom 2019er Jahrgang bekommen noch etwas Zeit auf der Flasche bevor sie released werden. Mustergültig! 

 

 

Wo kann ich Dostert-Weine in München trinken?

 

 

 

Weingut Jonas Dostert
Moselstraße 45
54453 Nittel

 

wein@jonas-dostert.de

www.jonas-dostert.de

 

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