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Biodynamie im Weinbau

Qualitätsmerkmal oder gehypter Schmarrn?

Die Biodynamie, kurz Bio-Dyn ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Qualitätsweinbaus weltweit. Auch wenn prozentual gesehen nur eine marginale Menge aller Weine mit Hilfe dieser Prinzipien hergestellt werden, ist es doch beachtlich, wie viele namenhafte Weingüter mittlerweile auf Biodynamie setzen. Zertifiziert, oder nicht, diese haben Strahlwirkung!

 

Kritiker hingegen sprechen von Humbug und Esoterik; Sprechen der Biodynamie jegliche Wirkungsweise ab. Auffallend häufig sind dies Studierte, die Zeit ihrer Ausbildung mit Fürsprechern und Anbietern von Weinoptimierungsmitteln verbracht haben. Die Industrie engagiert sich stark in der Ausbildung (Bsp: Erbslöh *hust) und bietet da ja doch so einiges an Hilfsmittelchen ->siehe konventionelle Weine.

 

Die Diskussion erinnert mich dann schnell an die um Homöopathie und fernöstliche Medizin. Je nach Vorprägung des Gegenübers wird eine Diskussion schnell leidig. Aber zurück zum Thema.

 

Was ist Biodynamie im Weinbau?

Biodynamie ist eine vom Anthroposophen Rudolf Stainer in den 1920er Jahren betriebene agronomische Methode, die darauf abzielt, Böden zu revitalisieren um langfristig deren Ertragsfähigkeit zu gewährleisten, bzw. zu verbessern.

 

Im Wesentlichen dreht es sich bei der Biodynamie um Ganzheitlichkeit. Der Grundgedanke besteht darin, den Boden, die Pflanzen und den gesamten Betrieb als ein harmonisches Ganzes lebender Organismen zu betrachten. Dabei geht es auch um den Erhalt und den Ausbau der ‚Betriebsindividualität‘, wie es im (demeterologischen) Fachjargon heißt. Es soll ein in sich selbst funktionierender Betriebskreislauf geschaffen werden. Ein Kreislauf aus Geburt, Leben, Tod, Kompostierung, Wiedergeburt usw..

 

Im direkten Vergleich zum konventionellen Weinbau geht es also nicht ausschließlich um Wirtschaftlichkeit, sondern darum, dass es allem Beteiligtem nachhaltig gut geht. Flora, Fauna und damit auch dem Menschen.

 

Biodynamiker - die Indianer des Weinbaus

 

Im Einklang mit der Natur heißt die Zauberformel beim biodynamischen Weinbau. Es steht als Alternative zu einer durch reines Profitfitstreben geprägten Industrie, bei der häufig eher die Alchemisten am Werk sind, um -in dem Fall- aus Trauben Gold zu machen.

 

Einer der weltweiten Vorreiter des biodynamischen Weinbaus ,Nicolas Joly, schreibt dazu in seinem Buch „Beseelter Wein ( Hallwag Verlag): „Das Paradox der modernen Landwirtschaftslehre und der Wissenschaft besteht darin, dass man zwar sehr viel weiß, aber kaum verstanden hat, wie das alles miteinander zusammenhängt.“ So widmen sich die Biodynamiker dem großen Geist, wie einst die Naturvölker unserer Erde.

 

 

Wie funktioniert Biodynamie im Weinbau?

Mit Achtsamkeit. Die Verbindung zwischen den einzelnen Organismen in einem Weingut wird durch die Verwendung von biologisch-dynamischen Präparaten forciert. Diese Präparate sind ausschließlich natürlichen Ursprungs, werden zu ganz bestimmten Zeiten hergestellt und auch zu ganz bestimmten Zeiten in den Weinbergen ausgebracht. Das Ziel, wie oben schon kurz angerissen, ist eine Harmonisierung aller am Prozess beteiligten Organismen. Damit einhergehend bessere Vibes und höhere Weinqualität.

 

Wie und für welche Zwecke diese biologisch-dynamischen Präparate hergestellt werden erfährst du hier. Doch erstmal weiter beim Wesentlichen:

 

Was bewirkt die Biodynamie im Weinbau?

Laut der Biodynamiker bewirkt der Einsatz der biologischen, dynamisierten Präparate so einiges! Vor allem auf Dauer gesündere Reben und saftigere Früchte. Die daraus gewonnenen Weine sind authentischer in ihrer Interpretation der Rebsorte, des Bodens und des Jahrgangs.

 

Die Winzer, die Biodynamie ernsthaft betreiben, wirken für mich häufig ausgeglichener. Sind im Bewusstsein näher am großen Ganzen als bei den Details des Marktes.

 

Wenn man sich anschaut welcher Aufwand von diesen Winzern betrieben wird um Böden, Pflanzen und den Betrieb als Ganzes zu harmonisieren ist dies nicht verwunderlich. Denn auch wenn die Verarbeitungsmethoden, um die biologisch-dynamischen Präparate herzustellen teils strange anmuten mögen, fällt es einem nicht schwer sich vorzustellen, dass dabei etwas mit den Menschen passiert, die sich diesem Prozess hingeben.

 

Indem sie sich mit kleinen Schritten dem großen Ganzen widmen, nimmt dieses einen größeren Teil in ihrem Bewusstsein ein. Nach meinen Erfahrungen findet man diese Harmonie der Einzelteile auch häufig in den Weinen wieder, die außergewöhnlich oft in sich selbst zu ruhen scheinen.

 

Sind biodynamische Weine besser als andere?

Ja. Zumindest wenn man nur die Auswirkungen auf die Natur betrachtet. Wenn man hingegen über Weinqualität spricht, dann würde ich dies nicht ohne Einschränkungen unterschreiben.

 

Es stimmt, dass mittlerweile viele Top-Produzenten ihre Weinberge biodynamisch bewirtschaften. Allerdings bilden diese im Ranking der besten Weingüter des Landes (wer auch immer dieses aufstellt) immer noch eine recht kleine Gruppe. Wiederum wirken auch viele Produkte der zertifiziert biodynamisch arbeitenden Betriebe eher austauschbar. Da bleibt aber immerhin noch der beruhigende Gedanke, dass diese Weine mit kleinst-möglichem Fußabdruck und im Einklang mit der Natur hergestellt wurden.

 

Sprich: Top Betriebe sind nicht (nur) wegen der biodynamischen Arbeitsweise top und Flop-Betriebe werden nicht nur wegen der biodynamischen Arbeitsweise top.

 

Benedikt Baltes trifft den Nagel für mich auf den Kopf:

 

"Die Welt ist nicht schwarz-weiß, sie ist bunt und wandelbar, für jede Regel gibt es eine richtige und wichtige Ausnahme, die ihren Sinn hat. Ich bin niemand, der nachhaltiges, umweltbewusstes Arbeiten in Zertifizierungen oder in Schwarz und Weiß einteilt. Trotzdem hat jeder Mensch einen moralischen Kompass, den er im Leben ständig neu kalibriert und anhand dessen er Entscheidungen fällt. Wir haben uns für die biologisch-biodynamische Landwirtschaft entschieden, weil wir davon überzeugt sind, dass wir so nachhaltiger die Qualität unserer Weine schützen und sogar steigern können."

 

Welche Verbände zertifizieren eine biodynamische Arbeitsweise?

Es gibt wenige Verbände auf der Welt, die einem Betrieb die biodynamische Arbeitsweise zertifizieren. In Deutschland sind dies DEMETERrespektBIODYN und BIODYVIN.

 

DEMETER ist der mit Abstand größte und auch relevanteste Verband für die Zertifizierung der Biodynamie in einem Betrieb. DEMETER zählt in Deutschland aktuell (2019) 58 Weingüter zu seinen Mitgliedern.

 

BIODYVIN ist eine französische Organisation von biodynamisch arbeitenden Weingütern. Diesem Verband gehört in Deutschland nur das Pfälzer Weingut Dr. Bürklin Wolf an.

 

respektBIODYN zählt in Deutschland mit Wittmann, Dr. Wehrheim, Rebholz, Fußer und Busch immerhin fünf Spitzen-Betriebe.

 

Wieviele Weingüter sind in Deutschland zertifiziert biodynamisch?

Aktuell (2019) gibt es in Deutschland 64 zertifizierte, biodynamisch arbeitende Betriebe. Das sind 0,55% aller Betriebe in Deutschland (64/11.500*).

 

 

Welche biodynamischen Weingüter gibt es in Deutschland?

Mittlerweile werden 8% der gesamten deutschen Anbaufläche (ca. 8000ha) biologisch bewirtschaftet (Quelle: DWI). Die Fläche der Weingüter die zertifiziert biodynamisch arbeiten und im Folgenden aufgeführt werden ist jedoch viel kleiner. Ein paar große Namen sind jedoch dabei, die man jeweils fett-gedruckt  in der Liste der biodynamisch arbeitenden Weingüter in Deutschland findet.

 

Diese Betriebe, nach Anbaugebiet geordnet, arbeiten mit biodynamischen Prinzipien und sind von einem Verband (DEMETER | BIODYVIN | respektBIODYN) zertifiziert. Betriebe, die nicht zertifiziert sind, aber mit biodynamischen Prinzipien arbeiten wurden hier nicht aufgeführt.

 

In der folgenden Liste sind alle zertifizierten biodynamischen Weingüter Deutschlands nach den jeweiligen Anbaugebieten geführt.

Mosel  Rheingau Rheinhessen Franken 
Pfalz  Baden Württemberg Saale-Unstrut

 

Biodynamisch arbeitende Weingüter an der Mosel:

Weingut Sybille Kuntz (Lieser)

Ökoweingut Trossen (Kienheim)

Weingut Dr. Christopeit (Burgen)

Weingut Melsheimer (Reil)

Weingut M. Schömann (Zeltingen-Rachting)

Alter Weinhof Inh. Andrea Krämer (Erden)

Clemens Busch (Pünderich)

 

Biodynamisch arbeitende Weingüter an der Nahe:

Weingut im Zwölberich (Langenlonsheim)

Weingut Forster (Rümmelsheim)

 

Biodynamisch arbeitende Weingüter in Rheinhessen:

Weingut Wittmann (Westhofen)

Weingut Riffel (Bingen)

Weingut Alexander Gysler (Alzey-Weinheim)

Gustavshof Weingut und Weinerlebnis (Gau-Heppenheim)

Weingut Geheimrat Schnell (Guntersblum)

Weingut Peter Schmitt & Sohn (Flörsheim-Dalsheim)

Weingut Feth-Wehrhof (Flörsheim-Dalsheim)

Weingut Schönhals (Biebelnheim)

Weingut Harald Scholl (Gau-Heppenheim)

Weingut Gustavshof (Gau-Heppenheim)

Walfried Sander (Gau-Odernheim)

Weingut Kronenhof (Gau-Algesheim)

Weingut Donnermühle (Kostheim)

Weingut Brüder Dr. Becker (Ludwigshöhe)

Weingut Jakob Neumer (Uelversheim)

Weingut St. Antony (Nierstein)

Weingut Fuchs-Jacobus (Schweppenhausen)

Weingut Seyberth (Siefersheim)

 

Biodynamisch arbeitende Weingüter im Rheingau:

Weingut Peter Jakob Kühn (Oestrich)

Weingut im Weinegg (Hochheim am Main)

Weingut Kaufmann (Eltville-Hattenheim)

 

Biodynamisch arbeitende Weingüter in der Pfalz:

Weingut Dr. Bürklin-Wolf (Wachenheim)

Weingut Pflüger (Bad Dürkheim)

Weingut Scheuermann (Niederkirchen)

Weingut Odinstal (Wachenheim)

Weingut Vincent Eymann (Gönnheim)

Weingut Janson Bernhard (Zellertal-Harxheim)

Frank John (Neustadt an der Weinstraße)

Weingut Jürgen Leiner (Ilbesheim)

Weingut Bietighöfer (Billigheim-Ingenheim)

Weingut Bender (Eschbach)

Weingut Christmann (Gimmeldingen)

Martin & Georg Fußer (Niederkirch)

Weingut Dr. Wehrheim (Birkweiler)

Weingut Ökonomierat Rebholz (Siebeldingen)

 

Biodynamisch arbeitende Weingüter in Württemberg:

Weingut Albert Häußermann (Waiblingen-Neustadt)

Weingut Beurer (Kernen)

Auhof Obst- und Weinbau (Stetten)

Weingut Schmalzried (Korb)

Weingut Roterfaden (Vaihingen an der Enz)

Ökoweingut Andreas Stutz (Heilbronn)

 

Biodynamisch arbeitende Weingüter in Baden:

Weingut Klaus Vorgrimmler (Freiburg-Munzingen)

Weingut Pix (Ihringen am Kaiserstuhl)

Winzer- und Obsthof Brenneisen (Sulzburg-Laufen)

Weingut Riedlin (Sulzburg-Laufen)

Weingut Gallushof (Teningen-Heimbach)

Winzerhof Linder (Endingen)

Weingut Trautwein (Bahlingen)

Ökologisches Weingut Rabenhof (Sasbach-Jechtingen)

Weingut Thomas Harteneck (Schliengen-Baden)

Markgräfler Weinkeller Wilhelm Zähringer (Heitersheim)

Weingut Rieger (Buggingen-Betberg)

Friedrich und Barbara Ruesch (Buggingen)

Hofgut Sonnenschein Markus Bürgin (Bidingen)

Weingut Baumann (Gerlachsheim - Tauberfranken)

 

Biodynamisch arbeitende Weingüter in Franken:

Benedikt Baltes - Weingut der Stadt Klingenberg (Klingenberg)

Weingut Helmut Christ (Nordheim)

Weingut Bertram Isele (Vogtsburg-Achkarren)

Ökoweingut Hell (Wiesenbronn)

Weingut Christian Deppisch (Theilheim)

 

Biodynamisch arbeitende Weingüter im Anbaugebiet Saale-Unstrut:

Weingut Buddrus - Konni&Evi (Laucha Burgscheidungen)

Demeter Feld-und Obstbau Hartmut Rühlmann (Steigra)

 

Hornmist | Quelle: Weingut Peter Jakob Kühn

Welche Mittel nutzt man in der Biodynamie um die Weinqualität zu verbessern?

Ausschließlich die Natur, deren Gegebenheiten und die Fähigkeiten des Menschen diese in gesundem Maße zu steuern. Das Wort ausschließlich dient hier nur der deutlichen Abgrenzung zu 'konventionellen' Methoden.

 

Bei den biodynamischen Mitteln scheiden sich die Geister. Wie in der Medizin. Die Schulmedizin setzt auf Wirkstoffe, die häufig nur Symptome lindern. Die fernöstliche Medizin und die Homöopathie setzen auf einen ganzheitlichen Ansatz zur Bekämpfung der Ursachen einer Krankheit und auf Prophylaxe, damit es garnicht erst so weit kommt. Ähnlich verhält es sich beim biodynamischen Weinbau. Wie in der Medizin teilen sich die Spieler in drei Lager. Die 'Gläubigen' (die Biodynamiker), die 'Gegner' (die ‚Konventionellen‘) und die 'Pragmatiker', die alles tun was ihrem Streben nach Qualität nützt und dementsprechend Mittel beider Philosophien nutzen.

 

Die im Folgenden aufgeführten Präparate sind heutzutage alle in verarbeitungsbereiter Form käuflich zu erwerben, auch wenn dies gegen den biodynamischen Grundgedanken des Betriebskreislaufes spricht.

 

Aber da Biodynamie der Weinqualität wohl doch nachhaltig zuträglich ist und dementsprechend im Trend liegt, ist dies alles andere als verwunderlich. Die wenigsten Weingüter sind noch Mischbetriebe mit Ackerbau und Vieh. Vielmehr sind die meisten Betriebe klar spezialisiert und dementsprechend auf Hilfsmittel von außen angewiesen.

 

Liste der biologisch-dynamischen Präparate:

 

Biodynamische Spritzmittel

Präparat 500 - Hornmist
Präparat 501 - Hornkiesel
Präparat 508 - Acker-Schachtelhalm

 

Biodynamische Kompostmittel

Präparat 502 - Schafgarbe
Präparat 503 - Kamille
Präparat 504 - Brennnessel
Präparat 505 - Eiche
Präparat 506 - Löwenzahn
Präparat 507 - Baldrian
 

 

Wer sich, wie ich, schonmal gefragt hat, warum alle biodynamische Präparate mit Zahlen gelabelt sind: Laut DEMETER rührt dies aus den Anfangs-Forschungen von Steiner, die bei der ersten Vorstellung noch nicht abgeschlossen waren. Danach hatten sich die Zahlen jedoch schon etabliert und werden heute zur Erleichterung der internationalen Verständigung weiter genutzt.

 

Biodynamische Spritzmittel

Es gibt, wie in der obenstehenden Liste aufgeführt, verschiedene Mittel, um die Weingärten zu stärken und die Weinqualität zu verbessern. Unterteilt werden sie nach ihrer Verwendung. Im Folgenden habe ich mal aufgedröselt welche Mittel im Weinberg mit der Spritze ausgebracht werden. Das sind nur Zwei, allerdings können diese auch mehrmals im Jahr ausgebracht werden. Sprich, wenn man den Winzer des biodynamischen Betriebs mit der Spritze durch seine Reben gehen oder fahren sieht, nicht gleich denken, dass es sich hier um Gift handelt.  

 

Was ist Hornmist Präparat 500?

Bio-Dyn Präparat 500 ist ein Mittel, dass zur Stärkung der Reben und für ein gutes Wurzelwachstum eingesetzt wird. Es bildet das organische Bindeglied zu den anorganischen Bestandteilen des Bodens. Dabei nimmt es keinen direkten Einfluss auf den Nährstoffgehalt des Bodens. Zu gering ist die Dosierung. Aber gerade wegen dieser niedrigen Dosierung scheint es einen positiven Einfluss auf die Verwertbarkeit der im Boden befindlichen Nährstoffe zu haben und einen Anstoß zur Humusbildung im Boden zu geben. Wie bei der Homöopathie eben. Hilfe zur Selbsthilfe.

 

Wie wird das Hornmist Präparat 500 hergestellt?

Das Horn einer Kuh, die mindestens einmal gekalbt hat, wird mit Kuhmist von Tieren gefüllt, die Zugang zu natürlichen, reichhaltigen Weiden haben.  Dies geschieht zu Beginn des Herbstes. Das mit frischem Kuhdung gefüllte Horn wird dann in einer Grünfläche des Weinbergs vergraben. Bis zum Frühjahr bleibt es da und wird dabei vom einfachen Mist im Horn zum hochkonzentrierten Präparat mit Wunderwirkung. Der Inhalt, der strenger riecht als die lebendigste Jauchegrube wird dann aus dem Horn entnommen und in einem von Torf umgebenen Behälter kühl aufbewahrt.

Was ist Hornkiesel Präparat 501?

Präparat 501 ist, wie das Präparat 500, ein Mittel, dass auf die Reben im Weingarten gesprüht wird. Es soll den Stoffwechsel der Pflanzen fördern und die Widerstandskraft gegenüber Schädlingen erhöhen. Außerdem kräftigt es das Wachstum der Pflanzen und sorgt für eine gleichmäßige Reifequalität. Auch das Aroma der Trauben und die Lagerungsfähigkeit der daraus gekelterten Weine soll durch das Ausbringen von 501 verbessert werden.

 

Wie wird Hornkiesel hergestellt?

Bei dem Hornkieselpräparat 501 spielt wieder das Horn einer Kuh, die mindestens einmal gekalbt hat eine große Rolle. Nach Ostern wird das Horn mit Quarz gefüllt. Der Quarzstein, der bei Verfügbarkeit natürlich aus unmittelbarer Umgebung der Weingärten stammt, wird zu einem sehr feinen Pulver zerkleinert, mit Regenwasser zu einer Paste vermischt und in die Hörner gefüllt. Nach einigen Tagen kann überschüssiges Wasser abgelassen werden, bevor die Hörner dann bis zum Spätsommer im Weinberg vergraben werden. Ende September oder Anfang Oktober werden die Hörner geborgen und der Inhalt entnommen. Die Hörner können nach dem Entleeren wiederverwendet werden, bspw. für die Herstellung des Hornmist-Präparats 500.

Was ist Schachtelhalm-Präparat 508?

Der Acker-Schachtelhalm enthält viel Kieselsäure und wirkt somit reinigend für die Lebensadern der Pflanzen. Schachtelhalm stärkt die Pflanze und macht die Reben widerstandsfähiger gegen Schädlingsbefall. Besonders gegen Pilze wie Oidium und Peronospora soll Ackerschachtelhalm helfen, ist also ein natürliches Pflanzenschutzmittel.

 

Wie wird das Schachtelhalm-Präparat 508 gemacht?

Der Acker-Schachtelhalm wird geschnitten, zerkleinert und getrocknet. Trocken, dunkel und kühl kann er so problemlos gelagert werden. Zur Aktivierung muss er mindestens 30 Minuten lang gekocht werden. Dieser Tee wird dann entsprechend verdünnt und sofort im Weinberg ausgebracht.

 

Biodynamische Kompostpräparate

Neben den obengenannten Spritzmitteln gibt es einige biodynamische Präparate, die über den Mist im Weingarten ausgebracht werden. Es erfolgt also erst eine Impfung/Dynamisierung des Misthaufens, der dann als natürlicher, angereicherter Dünger im Weinberg verteilt wird.

 

Was ist Schafgarbe Präparat 502?

Schafgabe ist eine Pflanze, der viele Wirkungen zugesprochen werden. Sicher ist, dass ihre ätherischen Öle eine hemmende Wirkung auf die Keimung und das Wachstum von Pilzen haben.

 

Wie wird das Schafgabe Präparat 502 hergestellt?

Die männliche Hirschblase wird mit frischen oder getrockneten Achillea millefolium-Blüten gefüllt. Die Blüten werden in voller Pracht, an einem vollen Sonnentag gesammelt. Die Blase wird nach dem Füllen fest verschlossen und ab der ersten Sommerhälfte (St. John) in die Sonne gehangen. Zu Beginn des Herbstes wird sie in der Erde vergraben, wo die mit Schafgabe gefüllte Hirschblase bis nach Ostern verbleibt.

 

Was ist das Kamillen-Präparat 503?

Kamille ist als Heilpflanze mit einer beruhigenden Wirkung allseits bekannt.

 

Wie wird das Kamillen-Präparat 503 zubereitet?

Für das Kamillenpräparat 503 wird ein Kuhdarm mit frischen Kamillenblüten, die früh am Morgen gepflückt und langsam getrocknet werden gefüllt.

Der mit Kamillenblüten befüllte Kuhdarm wird ein paar Tage trocknen gelassen. Zu Beginn des Herbstes wird das Bündel im Weinberg vergraben, wo es bis Ostern/Ende April verbleibt.

 

Was ist das Brennessel-Präparat 504?

Brennnesseln sind eine wahre Wunderpflanze. Sie gedeihen nur auf sehr gesundem, nährstoffreichem Boden und lagern viele Nährstoffe und Mineralien in ihren Blättern ein. Brennnesseln wirken reinigend und fördern den Stoffwechsel in den Reben.

 

Wie wird das Brennessel-Präparat 504 hergestellt?

Die Brennnesselpflanzen werden früh morgens zu Beginn der Blüte geschnitten. Die getrockneten Brennnesseln werden zusammengebunden und in einem Jutebeutel oder einer Holzschachtel verpackt. Um die Sommersonnenwende wird die Schachtel von einer fünf Zentimeter dicken Torfschicht umgeben vergraben und ein Jahr später geborgen.

 

Was ist Eichen-Präparat 505?

Die Eiche ist ein äußerst widerstandsfähiger Baum. Ihm werden seit Jahrtausenden besondere Kräfte zugestanden. So soll die Rinde der Eiche das Wurzelwerk stärken und die Widerstandskraft und Elastizität des Rebholzes stärken.

 

Wie wird das Eichen-Präparat 505 hergestellt?

Für das Eichenpräpatat wird der Schädel eines Rindes genutzt. Dieser Schädel wird mit fein gehackter Eichenrinde der Art Quercus Robur gefüllt. Diese wird zu Beginn des Herbstes mit einem Hobel aus dem Stamm extrahiert. Der Schädel wird mit Eichenrindenpulver durch das Foramen magnum (das Loch an der Schädelbasis, durch das das Rückenmark eintritt) gefüllt, festgedrückt und das Loch mit einem mit Lehm fixierten Stück Knochen verschlossen. Es wird in einem mit Regenwasser gefüllten Baumstamm oder am Rand eines Teiches in Gegenwart von abbaubarem Pflanzenmaterial und einem Bach zu Beginn des Herbstes aufgestellt. Im Frühjahr wird der Inhalt ausgelöst und getrocknet.

 

Was ist Löwenzahn-Präparat 506?

Löwenzahl hilft beim Stoffwechsel und wirkt entgiftend. Löwenzahn fördert also die Energiegewinnung in der Pflanze und stärkt gegen Schädlingsbefall.

 

Wie wird das Löwenzahn-Präparat 506 hergestellt?

Löwenzahnblüten in der ersten Blütephase, gesammelt an einem sonnigen Frühlingstag, werden mit dem Gekröse einer Kuh umwickelt. Für diejenigen die sich frage was Gekröse ist, es sind die Bänder an denen die Organe hängen. Die getrockneten Blüten werden im Herbst mit einem Löwenzahnaufguss aus den Blättern angefeuchtet, in ein Rindergeschirr einwickelt und mit einer Schnur festgezurrt. Dann wird es im Weinberg vergraben und erst im Frühjahr wieder geborgen.

 

Was ist Baldrian-Präparat 507?

Baldrian wirkt beruhigend und hilft den Reben mit Stresssituationen besser umgehen zu können.

 

Wie wird das Baldrian-Präparat 507 hergestellt?

Die frischen Baldrianblüten werden ausgedrückt und der enthaltene Saft in Flaschen gesammelt. Die Flaschen bleiben bis zum Ende der Fermentation sechs Wochen offen stehen. Danach werden sie verstopft und im Dunkeln im Keller gelagert.

 

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