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Warum ist Wein so teuer?

Einfache Frage – einfache Antwort: Markt.

 

Doch jetzt mal ehrlich; Wieviel ist dran an Weinen, die den ganzen Wocheneinkauf, oder eventuell sogar einen gebrauchten Kleinwagen finanzieren können.

 

Es ist wirklich so einfach. Die relevantesten Faktoren sind bei Angebot und Nachfrage zu finden.

 

Auf der Angebotsseite stehen meist sehr limitierte Mengen.


Darauf umgelegt werden müssen natürlich die Kosten für den sehr arbeitsintensiven Anbau, den qualitativ hochwertigen Ausbau und dementsprechende Infrastruktur, sowie die Kosten für Abfüllung, Ausstattung und Vertrieb. Nicht zu vergessen das Risiko für Totalausfälle auf Grund von Wetterkapriolen oder Krankheit. Und verdienen soll der Unternehmer/Winzer ja auch noch was. Hat er sich verdient.

Selbstredend muss sich dies beim Weinpreis wiederspiegeln und es wird auch gerne von bestimmten Zielgruppen honoriert, vorausgesetzt Image und Weinqualität stimmen.

 

Dabei ist Weinqualität objektiv messbar. Persönliche Vorlieben spielen klar die größte Rolle bei der Entscheidung welchen Wein man wann trinkt. Allerdings gibt es ganz klar definierte, sensorische Parameter, die für eine Bewertung der Qualität von Wein herangezogen werden können. Diese sind vielfältig. Intensität, Komplexität und Balance in Nase und Mund über Länge und Finesse bis zu Typizität und Einzigartigkeit.

 

Damit kann man einen günstigen Supermarktwein definitiv von einem Wein der absoluten Oberklasse unterscheiden. Das kann an sich jeder, wobei extrem hochwertige Weine für Novizen oft zu anstrengend sind, die von professionellen Verkostern aber (zurecht) gefeiert werden. Sinnvoll oder nicht, werden die Eindrücke dieser verkostenden Experten meist in Punkten ausgedrückt, die auf Nachfrageseite (teils) extreme Auswirkungen haben können.

 

Auf der Nachfrage-Seite steht das Standing bei Käufern.

 

Zu den relevanten Zielgruppen gehören neben der wichtigen Stammklientel auch die Abenteurer und Weinfreaks, die immer auf der Suche sind nach dem nächsten, besten Schluck. Auch sind es oft Geldige, die für besten Stoff nicht nur den Blick auf steigende Preise und einen guten ROI haben, sondern damit auch gleich noch ihre Weinfreunde begeistern wollen. Dabei zeigt sich hier im Verlauf der Zeit ein echter Trendwechsel.

 

Früher hieß es: „Du bist was du hast“.

Dann: „Du bist was du tust“.

Mittlerweile: „Du bist was du (wo mit wem) trinkst“.

 

Man eignet sich das Image dessen an was man genießt. Dabei sind verschiedenste Faktoren imageprägend. Heutzutage haben neben den etablierten Starkritikern vor allem Influencer den größten Einfluss auf das Image und den Markt. Dabei ist es fast egal, ob diese bezahlt oder unbezahlt, hocherfahren oder recht neu bei der Sache sind. Ihr Votum für einen Wein wird bei der jeweiligen Zielgruppe die Nachfrage tendenziell wachsen lassen und damit bei gleichbleibender Produktion den Preis automatisch in die Höhe treiben.

 

Wichtig hier ist, neben der Kaufkraft der Zielgruppe, nur die Authentizität der Message und das Standing des Botschafters. Wenn einer der Handvoll von Verkostern/Publikationen mit signifikantem Markteinfluss einen Wein in höchstem Maße lobt, so kann man sicher sein, dass der verfügbare Wein ab Hof schnell ausverkauft und der Preis für diesen Wein auf dem Sekundärmarkt in die Höhe schnellen wird. Auch bei den Folgejahrgängen wird bei erhöhter Nachfrage und rel. konstantem Output in der Regel der Preis angehoben. Wären ja schön blöd, würden sie es nicht tun.

 

 

So kann ich zusammenfassend sagen, dass ein gewisses Preisniveau bei Weinen durch Weinqualität durchaus zu rechtfertigen ist. Allerdings sind die größten Sprünge in den Preisen, sprich von 80 zu 800+ Euro, ausschließlich mit Seltenheitswert und Image zu erklären.

An dieser Stelle muss ganz profan festgehalten werden:

 

Scheiß auf Labels, der Wein muss im Glas zeigen was er kann

 

und dabei natürlich immer genau auf die Situation abgestimmt werden.

 

Wer hilft dabei? Der Sommelier! àmehr dazu

 

 

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