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Was geht hier ab?

Beim Abgang entscheidet sich die wahre Größe eines Weines

Wenn ein Normalbürger an Abgang denkt, blitzen die wildesten Bilder von Treppenhäusern, Feuerleitern und steilen Berghängen in der Großhirnrinde auf. 

 

Wenn Weinfachleute oder Sommeliers von Abgang sprechen, meinen sie damit das nachhallende Aroma und die Länge des Geschmacks eines Weines.

 

Die Länge kann ganz einfach zeitlich gemessen werden. Wie nachhaltig geht da noch etwas ab auf Zunge und Gaumen? Das Volumen im Nachhall ist deutlich vom Alkohol geprägt. Ist dieser zu massif, wirkt der Abgang feurig, heiß und nicht selten brandig. Besonders wenn der Extrakt des Weines nicht mithalten kann.

 

Die Säure hingegen ist es, die dem Abgang besondere Attribute geben kann. Denn Säure hallt lange nach. Sie regt den Speichelfluss an und trägt auch Mineralstoffe, die einen Abgang besonders animierend machen können.

 

Die Aromenvielfalt im Abgang bestimmt, wie komplex der Nachhall ist. Finden sich retronasal, also wenn der Wein schon geschluckt wurde, einige Aromen, die man weder in Nase noch Mund bemerkt hat, so kann man von einem komplexen Abgang,Nachhall, oder Finish sprechen.

 

So oder so, ist der Nachhall, wie das Ritual aus riechen, schwenken, riechen eine Besonderheit des Weingenusses. Auch dadurch unterscheidet er sich vom reinen Saufen. Denn wer dem Wein sowohl vor als auch nach dem Trinken besondere Aufmerksamkeit schenkt, der säuft nicht, der kostet Geheimnisse (wie Dahli es einst auf den Punkt brachte).

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